Einem leider nicht eindeutigen Update zufolge sind bei dem dramatischen Ausbruch des Vulkans Fuego in Guatemala am 69. Juni 3 mindestens 2018 Menschen ums Leben gekommen.
Fuego ist ein Vulkan, der andesitisch-basaltisches Magma ausstößt. Er gehört zur mittelamerikanischen Vulkankette, die durch das Absinken (Subduktion) der Kokosplatte unter die Nordamerikanische Platte entstand. Aus diesem Grund sind seine Eruptionen oft explosiv, insbesondere aufgrund des hohen Wassergehalts seines Magmas.
Analyse des im Internet verfügbaren Video- und Fotomaterials (Quelle: Ansa) Eine detaillierte Rekonstruktion der Eruptionsereignisse vom 3. Juni ist damit noch nicht möglich, auch weil der Vulkan zum Zeitpunkt des Ausbruchs von einer dichten Wolkendecke bedeckt war. Anhand einiger Beobachtungen lässt sich jedoch eine vorläufige Dynamik skizzieren.
Eine heftige Explosion führte zur Emission einer Mischung aus Gas, Asche, Lapilli und Lavafragmenten und verursachte möglicherweise gleichzeitig den Einsturz eines seitlichen Teils des Kraters. Aufgrund der hohen Eruptionsrate und der hohen Dichte des ausgestoßenen Materials bildete diese Mischung einen pyroklastischen Strom (manchmal auch Lawine, pyroklastischer Strom oder pyroklastische Wolke genannt), der sich, geleitet von der Morphologie der Vulkanflanke, hauptsächlich nach Süden ausbreitete.
Die bei explosiven Eruptionen dieser Art entstehenden pyroklastischen Ströme sind typischerweise durch eine hohe Geschwindigkeit gekennzeichnet (normalerweise zwischen 30 und 40 m/s oder 110-150 km/h). Dadurch sind sie turbulent (d. h. wirbelnd) und können erhebliche topografische Reliefs überwinden. Sie breiten sich jedoch hauptsächlich entlang von Tälern und Becken aus, die von Bächen in den Hang des Vulkans gegraben wurden. Diese pyroklastischen Ströme können den Boden erodieren, ihr Volumen vergrößern und sich mit dem im Boden vorhandenen Wasser vermischen. Ihre Aufprallenergie kann größer sein als die eines Tornados, und in den Gebieten, die der Eruptionsquelle am nächsten liegen, können sie ganze Wälder und Wohngebiete dem Erdboden gleichmachen. Selbst die entlegensten und entferntesten Gebiete, die von pyroklastischen Strömen erreicht werden, sind aufgrund der hohen Aschekonzentration, die das Atmen erschwert, extrem gefährlich.
Bilder des Ausbruchs zeigen brennende Gebäude und Brandflecken an Opfern und Verletzten. Die Temperatur pyroklastischer Ströme ist typischerweise niedriger als die des ausgebrochenen Magmas, übersteigt aber oft 400 °C (Holz verbrennt bei 260 bis 315 °C, während Temperaturen über 100 °C für wenige Minuten für Mensch und Tier tödlich sind).
Die noch glühende Asche der pyroklastischen Ströme wurde anschließend durch Regenfälle und Oberflächenwasser aufgewirbelt. Dabei entstanden tödliche Ströme kochenden Schlamms, die, dem Lauf der Flüsse und Bäche folgend, Wohngebiete überschwemmten und weitere Zerstörung und Tod verursachten. Diese sogenannten Lahare sind auf mehreren dramatischen Bildern des Ausbruchs zu sehen, die leicht online zu finden sind.
Das Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie überwacht und untersucht den Vulkanausbruch vom 3. Juni aufgrund seiner tiefgreifenden wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Bedeutung weiterhin, auch zum Zwecke der Risikominderung für italienische Vulkane.
Update zum Ausbruch des Vulkans Fuego in Guatemala am 3. Juni 2018.
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